Cover Intermezzo

Album info

Album-Release:
2018

HRA-Release:
18.05.2018

Label: Berlin Classics

Genre: Classical

Subgenre: Vocal

Album including Album cover Booklet (PDF)

?

Formats & Prices

FormatPriceIn CartBuy
FLAC 96 $ 16.50
  • Robert Schumann (1810-1856): String Quartet in A Minor, Op. 41 No. 1:
  • 1I. Introduzione. Andante espressivo - Allegro08:49
  • 2II. Scherzo. Presto03:47
  • 3III. Adagio05:37
  • 4IV. Presto05:51
  • Aribert Reimann (1936- ):
  • 5Adagio zum Gedenken an Robert Schumann07:36
  • Robert Schumann: 6 songs, Op. 107:
  • 6I. Herzeleid01:36
  • 7II. Die Fensterscheibe01:52
  • 8III. Der Gärtner01:25
  • 9IV. Die Spinnerin01:16
  • 10V. Im Wald01:58
  • 11VI. Abendlied02:39
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): String Quartet in E-Flat Major, Op. 12:
  • 12I. Adagion non troppo - Allegro06:50
  • 13II. Canzonetta. Allegro - più mosso03:33
  • 14III. Andante espressivo03:57
  • 15IV. Molto allegro e vivace07:27
  • Total Runtime01:04:13

Info for Intermezzo

Ausgangs- und Bezugspunkt ist das Streichquartett Nr. 1 in a-Moll. Schumann, der sich mit dieser Gattung immer schwertat, vollendet 1842 fast rauschartig alle seine "Quartettversuche" zu insgesamt drei Streichquartetten im Opus 41. Das Schumann Quartett gibt sich bedingungslos der vokalen Stimmführung hin, vergisst die technischen Schwierigkeiten, anstatt sie nur zu überwinden.

Das, was Schumann als "Leichtigkeit" beneidete, durchzieht das komplette Schaffen von Mendelssohn Bartholdy. Sein Streichquartett Nr. 1 in Es-Dur entstand im Spätsommer 1829 als der Komponist noch keine 20 Jahre alt war. Man spürt die Zusammenhänge, gegenseitigen Bezüge und Hommagen – Mendelssohns Streichquartett ist der perfekte Begleiter für Schumanns Pendant. Die detailverliebte, frische Herangehensweise des Schumann Quartetts und die Modernität des fast noch jugendlichen Mendelssohn Bartholdys befruchten sich gegenseitig und gipfeln in der ungebändigten Spielfreude des vierten Satzes. Schumann und Mendelssohn Bartholdy bilden den Rahmen, in den Aribert Reimann "seinen" Schumann setzt. Reimann ist einer der arriviertesten zeitgenössischen Komponisten und steht nicht nur musikalisch in der Nachfolge des im sächsischen Zwickau geborenen Romantikers. Er ist direkter Nachfahre des Arztes, der Schumann in der Nervenheilanstalt Endenich behandelte. Als solcher erhielt er einen Einblick in die Krankenakte und somit die schwere psychische Situation Schumanns. Seine Auseinandersetzung mit Schumann steht im Zeichen dieses Eindrucks. Das Adagio zum Gedenken an Robert Schumann auf der Grundlage zweier unvollendeter, nicht textierter Choräle wurde vom Quartett in intensiver und persönlicher Zusammenarbeit mit Reimann erarbeitet.

Im Zusammenklang mit der Sopranistin Anna Lucia Richter gelingt es dem Quartett in Reimanns Bearbeitung der 6 Gesänge op. 109, dem Wunsch Schumanns nach einem "weiteren ausgebildeten Begleitinstrument" zu entsprechen. Reimanns Geschick im Umgang mit dem Original lässt die feinen Züge und Nuancen der Textgrundlage hervortreten. Quartett und Gesang ergänzen sich gegenseitig so mühelos, dass die außergewöhnliche Kombination wirkt wie ein seit Jahren gefestigtes Quintett.

Schumann Quartett
Anna Lucia Richter, Sopran




Schumann Quartett
Seit fünf Jahren spielen die drei im Rheinland großgewordenen Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen. 2012 ist die in Tallinn geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Liisa Randalu als Bratschistin dazu gekommen. Immer wieder bemerken Außenstehende, wie stark die Bindung zwischen ihnen ist. Die Vier genießen die nonverbale Kommunikation, "ein Blick, und ich weiß, wie er/sie die Musik in dem Moment spielen möchte".

Unterschiedliche Persönlichkeiten treten deutlich hervor, gleichzeitig entsteht in jedem musikalischen Werk ein gemeinsamer Raum, findet eine geistige Metamorphose statt. Vielleicht sind diese Offenheit und Neugierde, die entscheidenden Einflüsse von Lehrern wie Eberhard Feltz oder Partnern wie Menahem Pressler.

Veröffentlichungen, das Studium beim Alban Berg Quartett, die langjährige residency beim Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf, der Gewinn des renommierten Concours de Bordeaux, Preise, Lehrer, musikalische Partner – gerne werden Stufen konstruiert um herzuleiten, warum viele das Schumann Quartett heute zu den besten überhaupt zählen. Die Vier fassen solche Daten eher als Begegnungen auf, als Bestätigung für ihren Weg. Sie empfinden die musikalische Entwicklung der letzten zwei Jahre als Quantensprung. "Wir haben Lust darauf, es bis zum Äußersten zu treiben, zu probieren, wie die Spannung und unsere gemeinsame Spontaneität trägt", sagt Ken Schumann, der mittlere der drei Schumann Brüder. So ist das Schumann Quartett dort angekommen, wo alles möglich ist, weil man auf Sicherheiten verzichtet. Das schließt auch die Zuhörer/innen mit ein, die sich Abend für Abend auf alles gefasst machen müssen: "So wirklich entwickelt sich ein Werk nur live", sagt das Quartett, "das ist the real thing, weil wir vorher selbst nie wissen, was passiert. Spätestens auf der Bühne fällt jede Imitation weg, man wird automatisch ehrlich zu sich selbst. Dann kann man in der Musik eine Verbindung mit dem Publikum herstellen, kommunizieren."

Um die Magie der Live-Situation auch in diese Aufnahme zu übertragen, spielte das Quartett an einem der zwei Aufnahmetage im Studio in Ludwigsburg live vor Publikum.

Anna Lucia Richter
entstammt einer großen Musikerfamilie. Als langjähriges Mitglied des Mädchenchores am Kölner Dom erhielt sie seit ihrem neunten Lebensjahr Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Regina Dohmen. Im Anschluss wurde sie von Prof. Kurt Widmer in Basel ausgebildet und schloss ihr Gesangstudium mit Auszeichnung bei Frau Prof. Klesie Kelly-Moog an der Musikhochschule Köln ab. Weitere Anregungen erhielt sie von Margreet Honig, Edda Moser, Christoph Prégardien und Edith Wiens. Die Künstlerin gewann bereits zahlreiche internationale Preise. Zuletzt wurde ihr im Februar 2016 der prestigereiche Borletti-Buitoni Trust Award zugesprochen. Als Konzertsängerin trat sie unter anderem mit dem Lucerne Festival Orchestra unter Riccardo Chailly, mit dem Orchestre de Paris unter Thomas Hengelbrock, dem Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecila unter Daniel Harding, dem London Symphony Orchestra unter Bernard Haitink, dem HR-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi, dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer, dem Freiburger Barockorchester unter Jérémie Rhorer oder Arcangelo unter Jonathan Cohen auf. Die aktuelle Saison startet Anna Lucia Richter im August mit Mahlers Liedern aus Des Knaben Wunderhorn gemeinsam mit Christian Gerhaher beim Lucerne Festival mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Bernard Haitink. Eine Tournee mit dem gleichen Repertoire führt sie im November zum Concertgebouw Amsterdam und nach Luxemburg. Mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Thomas Hengelbrock singt sie Mozarts Requiem, mit dem Gürzenich-Orchester unter Hartmut Haenchen Mendelssohns Lobgesang. Erstmals steht Beethovens Neunte Symphonie bei Konzerten mit dem Freiburger Barockorchester in Berlin, Stuttgart und Freiburg auf dem Programm. Die Werke von Johann Sebastian Bach gehören zum Kernrepertoire der Künstlerin: Mit Kantaten ist sie in dieser Saison mit dem B’Rock Orchestra bei der Mozartwoche in Salzburg, mit dem Tonkünstler-Orchester in Grafenegg und schließlich im März mit Liedern aus Schemellis Gesangbuch und dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach u. a. mit Georg Nigl im Wiener Konzerthaus. Eine CD mit diesen Werken ist im September 2017 beim Label alpha erschienen. Besonders begeistert sich Anna Lucia Richter für den Liedgesang. Sie ist mit einem umfangreichen Repertoire in allen großen Liedzentren zu Gast, z.B. bei der Schubertiade Schwarzenberg, dem Rheingau Musik Festival, beim Heidelberger Frühling, dem Schleswig-Holstein Musikfestival oder in der Wigmore Hall London. Ihr US-Debüt gab sie mit drei Liederabenden in New Yorks Park Avenue Armory, begleitet von Gerold Huber, ein weiteres US-Rezital führte sie in die Weill Hall der Carnegie Hall mit ihrem viel beachteten und außergewöhnlichen Liederkreis-Programm mit Eichendorff-Vertonungen und Improvisationen, begleitet von Michael Gees. Die Künstlerin nimmt immer wieder zeitgenössische Vertonungen in ihre Liedprogramme auf: So die Uraufführung des Werkes „Singet leise“ von Moritz Eggert und den Zyklus Ophelia Sings von Wolfgang Rihm, den er eigens für sie komponiert hat. In dieser Saison führen sie Liederabende mit dem Bariton Georg Nigl und dem Pianisten Gérard Wyss und Wolfs Italienischem Liederbuch u. a. nach Stuttgart und erstmals nach Bilbao. Mit Gerold Huber tritt sie mit Schubert, Wolf und Berg in der Münchner Residenz, in den Niederlanden und im spanischen Vilabertran auf. Im September ist Anna Lucia Richter in konzertanten Aufführungen von Mozarts La Clemenza di Tito erstmals als Servilia mit dem Ensemble MusicAeterna unter der Leitung von Teodor Currentzis auf Tournee in Bremen, Genf, Dortmund, Paris und Wroclaw zu erleben. Erneut interpretiert sie die Zerlina an der Oper Köln in Mozarts Don Giovanni. Ihr Opernrepertoire umfasst darüber hinaus Partien wie Barbarina (Le nozze di Figaro), Ilia (Idomeneo), Zerlina (Don Giovanni) sowie die Rollen Eurydice/La Musica in Monteverdis Orfeo, der viel beachteten Produktion von Sasha Waltz unter Pablo Heras-Casado. Im Mai 2017 hatte sie großen Erfolg am Theater an der Wien in Keith Warners Neuproduktion von Henzes Elegie für junge Liebende in der Hauptpartie der Elisabeth Zimmer.



Booklet for Intermezzo

© 2010-2018 HIGHRESAUDIO