Angst & Weltschmerz Erna Rot

Cover Angst & Weltschmerz

Album info

Album-Release:
2018

HRA-Release:
27.09.2018

Label: ACT Music

Genre: Jazz

Subgenre: Vocal

Album including Album cover Booklet (PDF)

?

Formats & Prices

FormatPriceIn CartBuy
FLAC 44.1 $ 15.30
  • 1Angst & Weltschmerz03:23
  • 2Ohne Dich03:11
  • 3Bochum (Nord)03:53
  • 4Gelohnt Hat Es Sich Nicht04:58
  • 5P Wie P03:52
  • 6Der Traum Ist Aus05:00
  • 7Auf Der Sonnenseite02:50
  • 8Loreley03:26
  • 9Am Gefrierpunkt04:48
  • 10Jürgen02:29
  • 11Abbitte05:12
  • 12Nicht Mehr Allein02:46
  • 13Schiff Aus Papier02:59
  • 14Still, Still, Still03:13
  • Total Runtime52:00

Info for Angst & Weltschmerz

Die Lieder von Erna Rot locken immer wieder mit unverhofften Wendungen und nehmen damit ihr Publikum gefangen. (Jazz thing)

Erna Rot mag zwei englische Wörter besonders, denen sie gleich ein ganzes Album gewidmet hat. Nicht ohne Grund, verschmelzen sie doch das Deutsche mit dem Englischen so wie Erna Rot den Jazz mit dem Chanson. „Angst & Weltschmerz“, das ACT-Debüt der in Berlin geborenen Sängerin und Songwriterin vereint Sounds, die aus den tiefsten Gestaden der amerikanischen Südstaaten zu stammen scheinen, mit europäischen Liedermacher-Traditionen. Doch was dieses Album so besonders macht, sind die Texte: melancholische, ernste Songs von Verlust und Verzeihen, und sanft schwebende Lieder über die Schwere des Lebens, die von alltäglichen Begegnungen erleichtert wird. Schräge Texte über merkwürdige Gestalten komplettieren ein lyrisches Gesamtkunstwerk, wie man es in der deutschen Sprache nur selten findet – schon gar nicht im Jazz.

Als Erna 10 Jahre alt war, sagte ihre Tante einmal: „Du bist nicht krank, du hast einfach nur zu viel Phantasie.“ Das hat sich Rot zu Herzen genommen und die Phantasie zu ihrem Lebensmotto gemacht. Erna Rot ist nicht bloß Musikerin, sondern auch Filmemacherin und Autorin. Die Wahlkölnerin studierte zunächst Germanistik, dann Jazzgesang, dann Regie. „Ich verstehe mich vor allem als Geschichtenerzählerin“, sagt Erna. „Musik und Film sind ähnlich bildstark und beide verbindet Melodie und Rhythmus.“

„Erna Rot paart den Jazz mit Indie, mit Element of Crime, Judith Holofernes mit Max Raabe“, schrieb die Neue Osnabrücker Zeitung über ihr 2015 erschienenes Debüt. Mit ihrem Quintett hat die Sängerin erneut ein wunderbar eingängiges Album mit verschiedensten Einflüssen eingespielt, von beschwingtem Bluegrass über Delta Blues mit Steel Guitar bis hin zur klassischen Jazzballade mit luftig-hauchendem Flügelhorn. Doch wie bringt man all diese Einflüsse zusammen? „Der rote Faden bin ich“, lacht Erna. „Ich bin gar nicht so scharf darauf, eine Schublade dafür zu finden.“

Sie komponiert alle Songs am Klavier und legt dabei mindestens genauso großen Wert auf die harmonische Struktur wie auf die Melodie, die ihre Texte trägt. „Mir war wichtig, dass mein zweites Album reifer klingt, mehr ruhige Töne anschlägt und viele instrumentale Klangfarben vereint“, sagt Rot. Das Ergebnis: Bass, Schlagzeug, Gitarre, Trompete. Aber auch: Akkordeon, Banjo, Orgel, Glockenspiel, Klavier und Violine.

„Wir haben alle Jazz studiert, aber wir lieben es, unsere Wurzeln einzubringen. Das macht es persönlicher, und nimmt dem Ganzen den typischen Jazz-Projekt-Charakter.“ Gitarrist Peter Kowal setzt in „Der Traum ist aus“ schon einmal auf psychedelische Sounds der 70er (Rots deutsche Adaption von „The Thrill Is Gone“), im Manfred-Krug-Cover „Auf der Sonnenseite“ ist er dagegen mit lässigstem Django-Reinhardt-Style zu hören. Der 2016 verstorbene Sänger und Schauspieler Krug war einer der wichtigsten Künstler in Ernas Ostberliner Jugend. „Auf der Sonnenseite“ könnte man als ostdeutsche Variante des Broadway-Schlagers „On The Sunny Side Of The Street“ betiteln.

Drei Lieder später setzt sich Erna mit einem real existierenden Jürgen auseinander – und zeigt damit ihren Sinn für Humor, den sie allemal hat – wie auch die Wahl des Albumtitels zeigt. „Humor tut dem Jazz gut“, sagt die Bandleaderin. „Es muss nicht alles schwer verdaulich sein, um gut zu sein.“

Doch nicht alle Lieder haben den ironischen doppelten Boden, der swingt und leicht mit Harmonie verwechselt werden könnte, wenn man sich allzu sehr von der Musik verführen lässt. Lieder wieder „P wie P“ lassen die ernste Seite der Komponistin anklingen. „Es gibt keinen persönlicheren Song als genau ebendiesen und es war längst Zeit, ihn zu schreiben“, sagt sie – und schweigt.

„Angst & Weltschmerz“ ist nicht vordergründig, mitunter auch eckig und kantig, mit garnierten verschroben-kuriosen Texten. Ein Album, das amüsiert, irritiert und einen Schlucken lassen kann. Das heutige Leben mag hart sein, der Alltagsstress immens, die Furcht vor Tod und Krankheit omnipräsent. Doch am Ende ist es die Kunst, die uns überleben lässt.

Erna Rot, vocals, glockenspiel
Simon Doetsch, trumpet, flugelhorn, accordion
Peter Kowal, guitar
Stefan Rey, double bass
Felix Günther, drums
Constantin Krahmer, piano, organ
Joon Laukamp, violin, mandolin
Georg Schaller, flute (on track 10)

Recorded by Georg Schaller, Cologne
Mixed and mastered by Klaus Scheuermann
Produced by Erna Rot




Erna Rot
ist gebürtige Berlinerin und lebt als Sängerin, Komponistin & Autorin in Köln. Ihre andere Heimat ist die Ostsee. Einmal Usedom im Jahr ist wichtiger, als die Welt zu umreisen. Sie hat Jazzgesang u.a.bei Efrat Alony, Lisa Bassenge, Fay Claassen und Anne Hartkamp studiert. Als Erna Rot hat sie sich auf die Suche nach ihren musikalischen Wurzeln gemacht. Im Koffer immer dabei der Jazz. Dabei ging sie durch fremde Zeiten, in die 20er nach Berlin in Hinterhoftheater, weiter in ihre Kindheit Ostberlins, über Prag bis nach nach Memphis, um die amerikanische Mentalität zu entdecken, die Musik mehr zu verstehen und dann zurückzukehren ins Hier und Jetzt.

Dabei entstanden sind Geschichten über das Leben mit all seinen Facetten und Schönheiten. Erna Rot singt auf Deutsch- ohne Schnörkel, unverblümt mit einfacher Sprache, aber manchmal erschreckendem Tiefgang. Über Scharlatane, Wichtigtuer, Nörgeljane und Miesepeter. Frech, rotzig, ironisch und manchmal durchaus etwas böse.

Musikalisch ist Jazz ihr Boden, den sie bunt bemalt mit dem Charakter des französischem Chansons, Swing, Bossa Nova, Blues und modernen Avantgardepop. Aber vor allem ist es Musik, vor allem ist es authentisch und vor allem ist es Erna!

Neben der Musik schreibt sie unter ihrem bürgerlichen Namen Drehbücher für Spielfilme, ist Regisseurin und Autorin im Dokumentarbereich und Studentin für Regie/Drehbuch an der Kunsthochschule für Medien Köln. 2016 erscheint ihr Dokumentarfilm über den Free Jazz in der DDR.

Peter Kowal
Peter’s großes Vorbild ist und bleibt Django Rheinhardt. Während seines Musikstudiums in Köln hat er seine Spielfähigkeiten des Gypsy Jazz intensiviert & tourt seit dem erfolgreich mit Hot Club de Cologne durch Deutschland & Europa. Bei Erna zeigt er, dass er sich aber nicht nur einem Stil verpflichtet hat. Spielt er die E-Gitarre, denkt niemand mehr an Swing, sondern an Krautrock oder gar Hendrix. Als Erna Peters verborgene Seiten das erste Mal hörte, blieb ihr die Spucke weg. Nur beim Spielen zu stehen fällt ihm noch schwer. Mehr unter: www.hotclubdecologne.de

Simon Doetsch
Auch Simon hat sich bei Erna vom Trompeter zum Akkordeonisten bishin zum Showman entwickelt. Nach den Konzerten hat er Erna’s weibliche Fans meistens an seiner Seite kleben. Nicht nur, weil er sie zum Lachen bringt, sondern weil er sie mit seinem weichen Trompetensound mindestens genauso wuschig gemacht hat. Mehr unter: www.simondoetsch.de

Stefan Rey
Stefan ist der Streber der Band. WDR Jazzpreis, Förderpreis, Diplom an der Musikhochschule Köln mit Auszeichnung & momentan einer der gefragtesten Bassisten der Szene. Aber deswegen spielt er nicht bei Erna. Ihm gefällt die Bandbreite der Musik & manchmal fühlt er sich zurückerinnert an die Musikzugzeiten seiner Kindheit. Dennoch – wenn Stefan erst einmal anfängt ein Soli zu spielen, denkt keiner mehr an Polka & Hühott. Jede Wette! Mehr unter: www.stefanrey.de

Felix Günther
„Keine Band ohne Felix“, sagt Erna. Denn er ist ihr längster Begleiter & ein Muss an ihrer Seite. Felix hat vor seinem Jazzstudium bereits eine Karriere mit der Indie Band Timid Tiger gemacht & weiß daher genau, was man tun muss, wenn Erna so richtig einen draufhauen will. Der Mann spricht kaum ein Wort & ein mancher in der Band munkelt, ob er nicht ein Enkel Udo Lindenbergs ist.

Booklet for Angst & Weltschmerz

© 2010-2018 HIGHRESAUDIO