Johannes Brahms: Clarinet Sonatas András Schiff & Jörg Widmann

Cover Johannes Brahms: Clarinet Sonatas

Album Info

Album Veröffentlichung:
2020

HRA-Veröffentlichung:
01.10.2020

Label: ECM New Series

Genre: Classical

Subgenre: Chamber Music

Interpret: András Schiff & Jörg Widmann

Komponist: Johannes Brahms (1833-1897)

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • Johannes Brahms (1833 - 1897): Sonata for Clarinet and Piano No. 2 in E Flat Major, Op. 120 No. 2:
  • 1Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 2 in E Flat Major, Op. 120 No. 2: 1. Allegro amabile08:35
  • 2Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 2 in E Flat Major, Op. 120 No. 2: 2. Allegro appassionato05:17
  • 3Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 2 in E Flat Major, Op. 120 No. 2: 3. Andante con moto - Allegro07:47
  • Jörg Widmann (b. 1973): Intermezzi for Piano:
  • 4Jörg Widmann: Intermezzi for Piano: 1. I00:46
  • 5Jörg Widmann: Intermezzi for Piano: 2. Zart singend01:22
  • 6Jörg Widmann: Intermezzi for Piano: 3. Mit dunkler Glut (Agitato sempre)11:59
  • 7Jörg Widmann: Intermezzi for Piano: 4. Wiegenlied (Ruhig fließend)04:13
  • 8Jörg Widmann: Intermezzi for Piano: 5. Lento un poco andante01:49
  • Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 1 in F Minor, Op. 120 No. 1:
  • 9Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 1 in F Minor, Op. 120 No. 1: 1. Allegro appassionato08:08
  • 10Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 1 in F Minor, Op. 120 No. 1: 2. Andante un poco adagio05:08
  • 11Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 1 in F Minor, Op. 120 No. 1: 3. Allegretto grazioso04:24
  • 12Johannes Brahms: Sonata for Clarinet and Piano No. 1 in F Minor, Op. 120 No. 1: 4. Vivace05:19
  • Total Runtime01:04:47

Info zu Johannes Brahms: Clarinet Sonatas

Mit dieser neuen Aufnahme ist eine außergewöhnliche Konstellation in der Interpretationsgeschichte der Werke zu erleben: Über viele Jahre hinweg haben András Schiff und Jörg Widmann die aus der allerletzten Schaffensphase des Komponisten stammenden Sonaten op. 120 immer wieder zusammen aufgeführt. Beide tief im Repertoire der deutsch-österreichischen Klassik und Romantik verwurzelt, haben sie sich über ihre Liebe zu Brahms ausgetauscht, die Partituren entschlüsselt und dabei eine gleichermaßen innige und emotional erfüllte wie eminent strukturbewusste Lesart entwickelt.

„Stücke des Rückblicks und des Abschieds“ seien diese Sonaten, so die Musiker, dennoch mischt sich zuweilen in die resignierte Stimmung eine „fast jugendliche Freude, die sich mit der Melancholie, mit dem Abschiednehmen auf wundersame Weise vereint“.

Schwerelose Einsätze wie zu Beginn der zweiten Sonate in Es-Dur, eines dieser Werke, „die nicht beginnen, sondern schon da sind“ (Schiff), zeugen von der Gestaltungskraft der beiden Musiker, die Momente von größter Innigkeit bis hin zu impulsiven Ausbrüchen mit differenzierter Tongebung und feingliedriger Phrasierung auszuleuchten wissen.

Die Brahmssche Kunst, „mit fast nichts zu komponieren“, reduziertes Material bis aufs Äußerste auszuloten, fasziniere ihn immer wieder, bekennt Widmann. So sind die Sätze mit thematischen Bezügen eng ineinander verzahnt und kontrapunktisch verdichtet; sie entfalten sich dennoch auf ganz natürliche Weise, scheinbar ohne jede Anstrengung. Der analytische Blick des Komponisten Widmann führt uns hiermit zu einer weiteren Besonderheit der vorliegenden Aufnahme.

Für ein gemeinsames Konzert bei den Salzburger Festspielen 2010, das dem Kraftfeld von Brahms’ späten Werken mit Klarinette nachspürte, hat Jörg Widmann seinem künstlerischen Partner fünf Klavier-Intermezzi geschrieben und gewidmet; sie liegen hier in Ersteinspielung vor. András Schiff interpretiert, wenn man so will, also Widmanns komponierte Interpretation des späten Brahms. Während sich der 1973 geborene Komponist von Schiffs „Klang“ am Klavier, von dessen „Musikalität“, seiner Mischung aus „Musikantentum und reflektiertem Spiel“ angeregt fühlte, wie er in einem Einführungsgespräch zu einer Live-Darbietung des hier eingespielten Programms erklärt hat, liebt der Pianist eigenem Bekunden nach die besonders „feinsinnige“ pianistische Schreibweise und die hohen lyrischen Qualitäten der Intermezzi.

„Zart singend“ lautet eine Vortragsbezeichnung, die sich Widmann bei Brahms geborgt hat. „Ich habe versucht, einen wirklich singenden Klaviersatz zu schreiben. Jahrelang habe ich mich tatsächlich nicht getraut, ein Stück zu komponieren, das so hemmungslos singt“, sagt Jörg Widmann. Der Bezug aufs Vokale hängt unmittelbar mit der besonderen Kantabilität der späten Werke Brahms’ zusammen. Seine eigenen Intermezzi op. 117 (deren berühmtes erstes in Es-Dur Widmann in seinem vierten Stück anklingen lässt) hat Brahms auch als „Wiegenlieder meiner Schmerzen“ bezeichnet. Wehmütiges Abschiednehmen und eine intensive Melancholie voller „Wollust und Behagen“ (Brahms über sein op. 119) verbinden sich in den späten Klavierstücken opp. 116 bis 119 mit außergewöhnlich strenger Materialökonomie und einer beinahe altmeisterlichen satztechnischen Kunst.

Wohl kein Komponist der Gegenwart versteht es so wie Jörg Widmann, den spezifischen Ton und die instrumentale Schreibweise großer Vorgänger produktiv aufzugreifen, aber auch deren Poetik zu erspüren. Widmann verwandelt sich den Sprachduktus des späten Brahms an, als wäre er eine in sich reich differenzierte Sprache. Er macht sich diese Sprache auf eine Weise zu eigen, die es ihm erlaubt, sehr persönliche und ganz und gar gegenwärtige Aussagen damit zu treffen. Das Bekenntnis zum Prinzip musikalischer Intertextualität – „kein heute zu schreibender Text ist ohne die Gesamtheit aller bestehender Texte denkbar“ – eröffnet die Möglichkeit, das Eigene mit dem Vorgefundenen in Beziehung zu setzen, Neues und Vertrautes ineinander zu spiegeln und dabei in die technischen und mentalen Tiefenschichten individueller Kompositionsstile einzudringen.

Naturgemäß beziehen sich Widmanns Intermezzi zunächst auf Brahms’ späte Klavierstücke opp. 116 bis 119. Doch auch die anderen Arbeiten der letzten Schaffensphase des Meisters wirken anregend. Brahms, der einstige Symphoniker, der selbstkritische Erbe der deutschen Musiktradition von Schütz bis Beethoven, fasst seine Beschränkung auf die aphoristisch verknappte Miniatur mit dem Begriff des gleichsam transitorischen „Zwischenspiels“. Das ist insofern nicht ohne Ironie, als Brahms sein eigenes Œuvre zu Beginn der 1890er Jahre, mit noch nicht einmal sechzig Jahren, eigentlich schon für beendet hielt. Die Intermezzi sind also im Grunde „Postludien“ – Nachspiele voller Wehmut.

Brahms’ Freundschaft mit Richard Mühlfeld, dem Klarinettisten der Meininger Hofkapelle, von 1891 an, war es, die seine Kreativität erneut anfachte. So entstanden das Klarinettentrio op. 114 und das Klarinettenquintett op. 115. Mühlfeld, Jahrgang 1856, hatte als Geiger begonnen und sich dann autodidaktisch zum Klarinettisten ausgebildet; 1876 spielte er im ersten Bayreuther „Ring“ im Orchester und erregte sogleich die Aufmerksamkeit Richard Wagners. 1879 wurde er als Soloklarinettist der Meininger Hofkapelle engagiert,

Andras Schiff, Klavier
Jörg Widmann, Klarinette




Sir András Schiff
1953 in Budapest geboren, zählt zu den erfolgreichsten Pianisten des 21. Jahrhunderts. Im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit stehen die Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat András Schiff in 20 Städten sämtliche Klaviersonaten Ludwig van Beethovens aufgeführt und auf CD eingespielt. Er konzertiert regelmäßig auf einem C. Bechstein Konzertflügel, den bereits Wilhelm Backhaus genutzt hat.

Schiff ist mit vielen international bedeutenden Orchestern und Dirigenten aufgetreten; in jüngerer Zeit setzt er indes seinen Schwerpunkt auf die Interpretation der Klavierkonzerte von Bach, Beethoven und Mozart unter eigener Leitung. Zu diesem Zweck gründete er 1999 das Kammerorchester Cappella Andrea Barca, doch auch mit dem Chamber Orchestra of Europe arbeitet er eng zusammen.

Seit früher Jugendzeit ist András Schiff überdies ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Von 1989 bis 1998 leitete er die Musiktage Mondsee; gemeinsam mit Heinz Holliger gründete er 1995 die Ittinger Pfingstkonzerte und seit 1998 führt er im Teatro Olimpico in Vicenza die Konzertreihe „Omaggio a Palladio“ durch. András Schiff, seit 2006 Ehrenmitglied des Beethoven-Hauses Bonn, wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet: so zuletzt mit dem Robert-Schumann-Preis (2011) und 2012 mit der Goldenen Mozart-Medaille des Salzburger Mozarteums sowie dem Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. Seit 2006 ediert er für den Musikverlag Henle Werke von Mozart (Klavierkonzerte) und Bach (Wohltemperiertes Klavier) in Urtextausgaben.

Neben unzähligen CD-Aufnahmen erhielt Andras Schiff vor allem kürzlich Aufmerksamkeit für seine ungewöhnliche Einspielung von Beethovens Diabelli-Variationen: zuerst auf einem Bechstein-Flügel von 1921, dann auf einem Hammerklavier von Franz Brodmann, gebaut in Wien um 1820. Schiff sagt dazu: "Der Bechstein klingt wie aus einer längst vergessenen Welt", er sei warm und voluminös.

Jörg Widmann
gehört zu den aufregendsten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Als Inhaber des Richard and Barbara Debs Composer Chair der Carnegie Hall New York wird sein Werk in der Spielzeit 2019/20 dort im Fokus stehen. Zudem ist er in dieser Saison in allen seinen Facetten, sowohl als Klarinettist, Dirigent und als Komponist als Residenzkünstler des WDR Sinfonieorchesters, des Palau de la Música Catalana in Barcelona und beim Bergen International Festival zu erleben.

Langjährige Kammermusikpartner wie Sir András Schiff, Daniel Barenboim, Mitsuko Uchida, Tabea Zimmermann, Antoine Tamestit und das Hagen Quartett werden zusammen mit Jörg Widmann unter anderem bei der Schubertiade Schwarzenberg, den Salzburger Festspielen, in der Carnegie Hall New York und dem Wiener Kozerthaus konzertieren.

Seine Tätigkeiten als Dirigent erweitert Jörg Widmann stetig. So ist er unter anderem mit dem Ensemble Kanazawa in Japan, dem WDR Sinfonieorchester, dem Swedish Chamber Orchestra und dem Hessischen Staatsorchester zu erleben. Im Novemeber 2019 wird er mit dem Irish Chamber Orchestra, dessen Chefdirigent er ist, auf Tournee durch die USA gehen.

Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York war der Klarinettist Jörg Widmann 16 Jahre lang selbst Professor für Klarinette an der Freiburger Musikhochschule, davon sieben Jahre auch als Professor für Komposition.

Er war regelmäßig zu Gast bei bedeutenden internationalen Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre National de France, Tonhalle-Orchester Zürich, National Symphony Orchestra Washington, Orchestre symphonique de Montréal, National Symphony Orchestra Taiwan, Netherlands Philharmonic Orchestra und Toronto Symophony Orchestra und konzertiert mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kent Nagano, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnanyi. Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2015 brachte er das neue Klarinettenkonzert über von Mark Andre zur Uraufführung. Mehrere Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihm uraufgeführt worden, unter anderem etwa die Musik für Klarinette und Orchester von Wolfgang Rihm (1999) und Cantus von Aribert Reimann (2006).

Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem renommierten, nur alle zwei Jahre verliehenen Stoeger Prize der New Yorker Chamber Music Society of Lincoln Center (2009). 2001 erhielt Jörg Widmann den Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein, 2004 den Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin, 2006 erhielt er den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie den Claudio- Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.

Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Valery Gergiev, Andris Nelsons und Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener und die Berliner Philharmoniker, das New York Philharmonic, Orchestre de Paris, BBC Symphony Orchestra und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire. Eine besondere Verbindung verband Jörg Widmann mit Pierre Boulez, der im Januar 2007 sein Stück Armonica mit den Wiener Philharmonikern in Salzburg aus der Taufe hob und mit dem er eng an dessen Dialogue de l’ombre double arbeitete, das er zu Boulez 85. Geburtstag in Paris zur Aufführung brachte.

Mit dem Cleveland Orchestra und dessen Chefdirigenten Franz Welser-Möst verbindet ihn seit seiner zweijähringen Residenz als composer in residence eine besondere künstlerische Zusammenarbeit. 2014 war sein für das Orchester geschriebene Flûte en suite das zentrale Werk auf der Europatournee des Cleveland Orchestra, in der Berliner Philharmonie widmete das Orchester seiner Musik einen ganzen Konzertabend. Unter der Leitung von Kent Nagano und unter Mitwirkung namhafter Sänger eröffnete die Uraufführung seiner Oper Babylon die Spielzeit 2012/13 an der Bayerischen Staatsoper München, im März 2019 wurde die revidierte Fassung an der Berliner Staatsoper unter den Linden zur Aufführung gebracht.

2009 wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Pariser Opéra Bastille das Musiktheater Am Anfang von Anselm Kiefer und Jörg Widmann uraufgeführt. Widmann agierte hier als Komponist, Klarinettist und gab sein Debut als Dirigent.

Jörg Widmann war Residenzkünstler zahlreicher Orchester und Festivals wie den Lucerne Festival, den Salzburger Festspipelen, bei den Bamberger Symphonikern und in der Saison 2015/16 als „creative chair“ des Tonhalle-Orchesters Zürich. Das Konzerthaus Wien, die Alte Oper Frankfurt und die Kölner Philharmonie widmeten Widmann in den vergangenen Jahren Komponistenportraits. Unter Kent Nagano brachte das Philharmonische Staatsorchester Hamburg im Januar 2017 Widmanns Oratorium ARCHE im Rahmen des Eröffnungswochenendes der Elbphilharmonie Hamburg zur Uraufführung. In der Saison 2017/18 war Jörg Widmann der erste Gewandhauskomponist in der Geschichte Leipzigs.

Seit 2017 bekleidet Widmann einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said Akademie Berlin. Er war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016), von der er 2018 mit dem Robert Schumann Preis für Dichtung und Musik ausgezeichnet wurde. Im Dezember 2018 wurde Jörg Widmann mit dem bayerischen Maximiliansorden geehrt.



Booklet für Johannes Brahms: Clarinet Sonatas

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