Bouncing with Bud Rolf Kühn & NDR Bigband

Album Info

Album Veröffentlichung:
2005

HRA-Veröffentlichung:
14.11.2016

Label: IN+OUT Records

Genre: Jazz

Subgenre: Big

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 44.1 $ 15,20
  • 1Falling in Love with Love03:25
  • 2Easyn Living04:56
  • 3Bouncing with Bud05:35
  • 4Dusk in Sandy03:45
  • 5Webb City06:25
  • 6Like Someone in Love05:55
  • 7Ticino03:22
  • 8Waltz Away03:33
  • 9In This World04:52
  • Total Runtime41:48

Info zu Bouncing with Bud

In jenen Jahren am Ende der Fünfziger, als der junge Rolf Kühn in New York die Benny Goodman Band leitete und Goodmans Soli spielte, wenn der Meister abwesend war, hatte der Newcomer aus Germany einen Traum: Einmal vor einem eigenen Orchester stehen und auf der Klarinette modernen Jazz improvisieren im eigenen Stil. Denn Rolf war eine Generation jünger als Goodman. Er hatte seinen Karriere als Teenager in Kurt Henkels Orchester in Leipzig mit dem Titel „Rolly’s Be-Bop“ begonnen, der so etwas wie sein Lebensmotto war. Wer sagt denn, die Entwicklung des modernen Jazz habe sich abseits der Big Bands vollzogen? Dizzy Gillespie, Woody Herman, Stan Kenton sowie auch die allzeit experimentellen deutschen Rundfunk-Orchester stehen dagegen. Und kaum einer, der Ohren hat, hält die Klarinette nur mehr für ein Relikt aus dem Swing. Unter den Giganten, die das widerlegen, ist Rolf Kühn - neben Buddy DeFranco, Jimmy Giuffre, Eddie Daniels - nur einer von vier. Jeder von ihnen hat Benny Goodmans Stil auf seine Weise weiter geführt. Doch es dauerte Jahrzehnte, bis sein Traum mit der NDR Big Band und den Gastsolisten Roberto di Gioia (p), Lennard Axelson (tp), Joe Gallardo (tb) wahr geworden ist. Bebop spoken here. Als Titel-Schwerpunkt liess Rolf von Bill Dobbins, derzeit Chef der WDR Big Band, drei Titel des Bop-Genies Bud Powell arrangieren, dessen Andenken das Album gewidmet ist. Da schweifen Rolf Kühns Erinnerungen an den Anfang seiner US-Jahre zurück. Da war er sechs Wochen lang mit den „Birdland All Stars 57“ an Amerikas Ostküste unterwegs, deren Line-Up heutzutage ein ganzes Festival füllen würde: Chet Baker, Zoot Sims, Jimmy Jones, Roy Haynes, Sarah Vaughan, Billy Eckstine, Jeri Southern und die Basie Band. Und neben Rolf Kühn war auch Bud Powell und sein Trio dabei. Bei den endlosen Busfahrten kam man sich näher. „Eine wunderbare, schöne Bekanntschaft begann,“ erzählt Rolf: „Bud war ein gütiger, fast kindlicher, liebenswürdiger Mensch.“ Ein begnadeter Musiker, der mit seinen vertrackten Rhythmen, flirrenden Melodiekürzeln und Achtelnoten-Läufen den Klavierstil des Bebop prägte wie nur noch sein Mentor Thelonious Monk. Ein tragischer Held, der an seinen Aggressionen und Depressionen, seinen Angstzuständen und seiner Paranoia litt und an Polizisten und Psychiatern zerbrach. 1945 hatten ihm weiße Ordnungshüter in Philadelphia nach einem winzigen Drogendelikt massiv auf den Kopf gedroschen, damit fing alles an. In den Jahren bis 1959 verbrachte er oft monatelang mehr Zeit in psychiatrischen Kliniken als am Klavier. Man steckte ihn in Zwangsjacken und traktierte ihn mit Elektroschocks. Dazwischen improvisierte er seine genialen Chorusse oder starrte geistesabwesend ins Publikum. In Paris, wo er mit Pierre Michelot (b) und Kenny Clarke (dr) spielte, fand er zwischen 1959 und 1964 eine gewisse Stabilität. Kühn sah und hörte ihn 1964 zum letzten Mal im „Montmartre“-Jazzclub in Kopenhagen. Zwei Jahre später war Bud Powell tot. Er wurde knapp 42 Jahre alt. Mögen sich die prominenten Arrangeure Jörg Achim Keller und Barry Ross für diese CD populärer Standards bedienen, mag der Big-Band- und Filmmusik-Profi Chris Walden in Hollywood drei neue Originals zur Produktion beigetragen haben - auch für sie gilt das respektvolle Statement, das Rolf aufs Cover geschrieben hat: „Bouncing with Bud“

Rolf Kühn, Klarinette
NDR Bigband



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