Album Info

Album Veröffentlichung:
2020

HRA-Veröffentlichung:
24.09.2020

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

?

Formate & Preise

FormatPreisIm WarenkorbKaufen
FLAC 88.2 $ 12,00
  • 1Clouds07:05
  • 2Early Spring05:19
  • 3Floricel04:43
  • 4Work in Progress04:08
  • 5The Beginning of a Dream06:37
  • 6And So05:11
  • 7Interlude01:08
  • 8Jardin04:50
  • 9In Love in Hanoï05:44
  • 10Troubadour02:16
  • 11Au Desert03:44
  • Total Runtime50:45

Info zu Clouds

Das glückhafte Gelingen eines Konzerts, der Rausch, wenn Musiker und Publikum im Klang verschmelzen, setzt in den meisten Genres intensive Vorbereitung und große Vertrautheit der Akteure voraus. Im Jazz geht‘s auch anders, spontan und dank der Kraft von Improvisation und Freiheit. Und natürlich, wenn die die Richtigen aufeinandertreffen. So wie der polnische Geiger Adam Baldych, der französische Cellist Vincent Courtois und der niederländische Pianist Rogier Telderman. Beim Start des neuen „Sound of Europa“-Festival in Breda 2018 begegneten sie sich erstmals, um keine 24 Stunden später einen gemeinsamen Auftritt hinzulegen, der Publikum und Presse begeisterte. Als „Festival-Highlight“ blieb der Tageszeitung „Trouw“ das Ereignis in Erinnerung, und die führende Website „JazzNu.com“ befand: „Wenn man diese drei innovativen Musiker kategorisieren müsste, käme man um das Wort ‚super‘ nicht herum. Ein Super-Trio also.“

Auch für die Musiker war es etwas Besonderes: „Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und es war schnell klar, dass wir dieses gemeinsame Musizieren ausbauen wollen,“ sagt Baldych. Und so erscheint jetzt ihr erstes gemeinsames Album „Clouds“, das nicht nur wegen seiner Besetzung außergewöhnlich ist – ein Trio mit Klavier, Geige und Cello ist einem eher aus der Klassik vertraut als im Jazz. Jeder der drei brachte eigene, teils in der Stimmung, im Tempo oder im Stil ganz unterschiedliche Kompositionen für die Albumaufnahme mit, doch klingt alles wie aus einem Guss, wie von einem einzigen Organismus kreiert. Die Stil- und Genregrenzen hinter sich lassend erreichen die drei mit dieser Musik eine emotionale Tiefe, wie man sie selten hört. Ob beim impressionistischen Titelstück gleich zum Einstieg oder dem beim beschleunigten, seriellen „Early Spring“ (beide aus Baldychs Feder), ob bei den mal hochromantischen („Florical“), mal fast bedrohlich mit Spannung aufgeladenen („The Beginning of a Dream“) Stücken von Courtois oder ob beim ganz auf die improvisatorische Kraft der drei setzenden „Work In Progress“ aus Teldermans Feder - Baldychs erregend emotionaler Ton, Courtois‘ variables Cello und Teldermans vor allem Akkordzerlegungen auskostendes Piano verschmelzen stets Melodie-betonten zu berührenden Stimmungsbildern voller Überraschungen.

„Clouds“ ist das Ergebnis dreier Gleichgesinnter, die ebenso geniale Solisten wie Teamplayer sind. Jeder für sich hat dafür bereits eine Menge Superlative eingesammelt. Allen voran Adam Baldych, der in seiner Heimat schon lange zu den berühmtesten Musikern gehört. Seit 2001 ist er jedes Jahr mit dem „Key for Career Award“ der polnischen Jazzzeitschrift „Jazz Forum“ ausgezeichnet worden, mehrmals war er „Geiger des Jahres“, zu seinen zahllosen Auszeichnungen gehören zwei „Frederyk“-Nominierungen (der polnische Grammy) und das Goldene Verdienstkreuz der Republik Polen. Doch schon mit 16 startete auch seine internationale Karriere, und spätestens seit seiner Verpflichtung als ACT-Künstler 2012 gehört er zur europäischen Elite. Schon 2013 mit dem ECHO Jazz dekoriert, hat Baldych seither den Jazz mit durch eine Neudefinition seines Instruments bereichert: „Bei Baldych erlebt man stets eine Geige, wie man sie noch nie gehört hat“, schrieb zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung.

Eine ähnliche Ausnahmestellung nimmt Vincent Courtois ein, schon weil wie die Geige auch das Cello im Jazz eher ein Exot ist. Wie Baldych verfügt auch Courtois dementsprechend über eine fantastische klassische Ausbildung und Technik. Seine Liebe zum Jazz führte den 52-jährigen Pariser aber schon früh in Zirkel der französischen Avantgardisten wie Martial Solal oder Louis Sclavis. Kontinuierlich ist er seither auch mit eigenen Trios oder Quartetten an der Arbeit, vor allem aber ist er inzwischen weltweit ein gefragter Spezialist für die im zeitgenössischen Jazz wiederentdeckte Streicher-Lage, die so viel abdecken und darstellen kann: Von der amerikanischen Bassistenlegende Dave Holland über den marokkanischen Oud-Spieler Rabih Abou-Khalil bis zu den preisgekrönten Projekten des deutschen Saxofonisten Daniel Erdmann mit dem Schweizer Drummer Samuel Rohrer reicht der Aktionsradius.

Dass diese beiden Solitäre die Wunschpartner von Rogier Telderman – er stellte den Auftritt in Breda zusammen und produzierte schließlich das Album - waren, sagt viel über das junge niederländische Top-Talent aus. Ist der 28-jährige Sohn des klassischen Pianisten Andre Telderman doch selbst seinen ganz eigenen Weg gegangen. So begann er nach der Schule ein Studium als Wirtschaftsingenieur, nur nebenbei begleitete er Chöre und Bigbands nach Noten. Zur Improvisation fand er erst durch Gespräche mit einem Freund. Mit 22 ging er dann ans Konservatorium in Tilburg, und schon bald während seines Studiums wurde er von Radio6 zum „Jazztalent des Jahres“ ausgerufen und für den Jacques-de-Leeuw-Preis nominiert. Nach seinem Abschluss 2009 arbeitete er zunächst viel mit Sängerinnen, Kabarettisten und fürs Theater - inzwischen ist er Dozent für Musiktheater am Konservatorium Rotterdam -, bevor er sein eigenes Trio gründete. Schon diese rein niederländische Band sorgte mit dem Debütalbum „Contours“ und vielen Festivalauftritten für Aufsehen. An der Seite von Baldych und Courtois hat Telderman jetzt den Schritt ins internationale Rampenlicht geschafft. Ein „Super-Trio“ eben, das beweist, wie magisch erste Begegnungen im Jazz sein können, aber auch, wie lohnend es ist, diese dann zu vertiefen.

„Zweifellos der größte lebende Geigentechniker des Jazz. Von ihm kann man alles erwarten“, schrieb die FAZ nach dem umjubelten Auftritt des erst 26-jährigen polnischen Geigers Adam Bałdych beim Jazzfest Berlin 2011. Auf „Imaginary Room“, seinem ersten Album für das Label ACT, erlebt man einen Jazzgeiger, wie man ihn noch nie gehört hat: Hier klagt und schluchzt nichts, eher erinnern Bałdychs technisch atemberaubende Linien an die eines Bläsers, und mehrstimmige Passagen an das Akkordspiel eines Pianisten, immer unterlegt von einem leicht rauhen, bluesigen Unterton. Zuletzt sorgte er auf der JazzBaltica 2012 und dem Montreux Jazz Festival für Furore und macht klar: Europa hat einen neuen Jazz Star!

Adam Bałdych, Violine
Vincent Courtois, Cello
Rogier Telderman, KLavier

Recorded December 9 & 10, 2019 at La Buissonne Studios by Gérard de Haro, Pernes-les-Fontaines, France
Mixed by Gérard de Haro and Rogier Telderman
Mastered by Wessel Oltheten




Adam Bałdych
"Without any doubt the greatest living jazz violinist. One can expect everything from him." Ulrich Olshausen from German newspaper „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ about Adam Bałdych’s concert at Jazzfest Berlin 2011. Bałdych was born in Gorzów Wlkp in Poland in 1986.

His outstanding talent was detected early. He was celebrated a prodigy in Poland. “By the age of 9 I decided to visit a school of music” he remembers. He already was well aware of his home country’s music tradition. “Poland has a great music tradition, especially referring to piano music and since Henryk Wieniawski also referring to violin playing.” Only by the age of 11 he decided to start playing the violin with great role models in mind: “I was very much influenced by the famous East-European composers, such as Rachmaninoff, Chopin and Tschaikowski.“ A number of awards for young musicians in classical music proof his talent: In 1999 he became third in Polish national violinist competition in Poznan. The same year he was awarded the first price at regional violinist competition in Szczecin and at Baroque music competition in Gorzow.

By the age of 13 he finally decided to play Jazz. “Jazz offered me the musical freedom, I was searching for.” A noteworthy series of awards followed: In 2002 he won the „Jazz Celebration“ competition in Gorzów. Since 2001 he was annually awarded the „Key for Career Award“ by renowned Polish magazine “Jazz Forum”.

By the age of 16 his international career began. He toured through Europe and Asia. After finishing his jazz degree with merit at Kattowitz conservatory, he got a scholarship at the Berklee College of Music in Boston. Ever since, New York is the place of departure for his musical journey through the world. In recent years he was touring with Grammy-award-winning pianist Jim Beard, other famous violinists like Didier Lockwood, Pierre Blanchard, Jerry Goodman, Krzesimir Debski or Christian Howes and he participated in Jaroslaw Smietana’s project „Tribute to Seifert“. He himself recorded several noteworthy albums in different collaborations –with Singer Mika Urbaniak or the „Groove Razors“. On his album “Magical Theatre“ he also dealt with author Herman Hesse’s famous novel “Der Steppenwolf”. He first gained international attention with his band “Damage Control”.

Besides his regular work for international theatre- and film productions, and even though he partly lives in the US, Bałdych always stays in touch with Polish musicians. It therefore is no wonder that Polish piano star and ACT-artist Leszek Możdżer got to know Bałdych in 2008. Together they wrote the soundtrack to the movie “Sir Arnes Schatz” by Swedish director Mauritz Stiller. Możdżer hereupon introduced Bałdych to ACT head Siggi Loch. Loch did not hesitate to ask Bałdych to join the ACT family.

Together with Loch and Nils Landgren as the producers and a first-class studio band, Bałdych started to record his ACT debut “Imaginary Room” (ACT 9532-2) in March 2012 at Hansa Studios in Berlin. Lars Danielsson, one of the leading bass players in contemporary jazz, drummer Morten Lund and Swedish pianist Jacob Karlzon form the rhythm section. Two of the greatest talents in Scandinavian jazz –trumpet player Verneri Pohjola and Norwegian saxophonist Marius Neset make up the brass section.



Booklet für Clouds

© 2010-2020 HIGHRESAUDIO