Album Info

Album Veröffentlichung:
2020

HRA-Veröffentlichung:
20.03.2020

Label: Neuklang

Genre: Jazz

Subgenre: Contemporary Jazz

Das Album enthält Albumcover

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Formate & Preise

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FLAC 88.2 $ 15,00
  • 1Morphée05:55
  • 2Night Run04:24
  • 3Stairs (Take 2)05:08
  • 4The Reb04:14
  • 5A Feather06:26
  • 6East Tower05:13
  • 7Twenty Five Ghosts02:52
  • 8A Flower to My Daughter03:45
  • 9Stairs (Take 1)04:35
  • Total Runtime42:32

Info zu Morphée

Acht Uhr abends irgendwo im Club: das Konzert beginnt, dauert mit Pause um die zwei Stunden. Danach abbauen, vielleicht CDs verkaufen, noch ein Bierchen trinken. Mittlerweile ist es Mitternacht, dann ab ins Auto und nach Hause fahren, runterkommen, einschlafen. Wenn’s gut läuft gegen ein Uhr. Und dann war da noch der letzte Sommer – an Schlaf war da nicht immer zu denken. Schon gar nicht an all jenen Tagen, an denen das Thermometer tagsüber 37 oder 38 Grad angezeigt hat – und nachts nicht viel weniger.

Marc Perrenoud machte im Sommer 2019 aus der Not eine Tugend, stellte den natürlichen Rhythmus um, blieb einfach wach und begann den „neuen“ Arbeitstag viel früher als sonst, exakt um ein Uhr in der Früh’. Einen Monat lang hat der in Genf lebende Pianist Marc Perrenoud diese Extraschichten eingelegt, um ein Konzept für seine neue CD zu erarbeiten und die Stücke zu schreiben.

Eine ganz neue Erfahrung, auch für den Musiker selbst. Denn mitten im Hochsommer und auch noch zu ungewohnter Stunde hat Perrenoud noch nie mit einer solchen Intensität gearbeitet. „Ich hatte einen Kopfhörer auf, es war total leise und dunkel, und dieses spezielle Ambiente hat die Musik deutlich geprägt.“ Eine Herausforderung für Körper und Geist, und eine neue Erfahrung, die aufgrund der ungewohnten Rahmenbedingungen auch andere Ergebnisse (im wahrsten Sinne des Wortes) zu Tage fördert. Von da an kehrte dann wieder so etwas wie Normalität ein.

„Morphée“ ist immerhin schon Album Nummer fünf vom Marc Perrenoud Trio. Benannt ist das Werk also treffend nach Morpheus, der in der griechischen Mythologie als Gott der Träume und als Sohn von Hypnos (dem Gott des Schlafes) bekannt ist.

Auf seinem neuen Werk stimmt das Marc Perrenoud Trio ein neunteiliges Loblied auf die Nacht ein: die Kompositionen sind fantasierend und fragmentarisch, packend und kraftvoll, in jedem Fall intensiv und stets getrieben von dieser für das Trio so typischen produktiven Unruhe. Die Musiker kreieren damit eine traumwandlerische, fast magische Atmosphäre fernab der alt bekannten Muster.

Die drei Aushängeschilder der Schweizer Szene spielen seit über zehn Jahren zusammen, haben in dieser langen Zeit über 300 Konzerte gemeinsam bestritten. Sie sind also bestens eingespielt, man kennt sich ganz genau und versteht sich fast blind, von Abnutzungserscheinungen weit und breit keine Spur: „Wir haben noch immer dieselbe Freude zusammen zu sein, zu suchen, zu lachen und zu essen!“

Perrenoud weiß, wie er als Komponist seine beiden gleichberechtigten Mitstreiter herausfordern kann, wie er Cyril Régamey (Schlagzeug) und Marco Müller (Bass) aus der Reserve locken kann, wie er sie sowohl solistisch als auch im kleinen Kollektiv in den unterschiedlichsten (Klang-) Farben erstrahlen lassen kann.

Und auch in Sachen Aufnahme handelte Perrenoud getreu dem Motto „Never change a winning team“: das Album „Morphée“ hat das Trio Ende Oktober 2019 wieder im Pariser „Studio de Meudon“ aufgenommen.

Marc Perrenoud, Piano
Marco Müller, Kontrabass
Cyril Regamey, Schlagzeug




Marc Perrenoud
(1981) ist in Berlin geboren, mit sechs Jahren hat er das Klavier für sich entdeckt, er begann einfach drauf los zu spielen und zu improvisieren. Bis 2001 studierte er am Konservatorium in Genf, sein Diplom macht Perrenoud 2004 an der Lausanne Jazz School. 2006 erschien sein erstes (Duo-) Album, 2008 gründete er sein nach ihm benanntes Trio, mit dem er seitdem bei einer Vielzahl großer Jazzfestivals und in unzähligen Clubs auf der ganzen Welt gastierte. 2017 gründetet er zusammen mit Elina Duni und David Enhco das Quintet AKSHAM, das 2018 sein Debüt veröffentlichte. Darüber hinaus unterrichtet Perrenoud am Genfer Konservatorium und ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Musik-Festivals „Les Athénéennes“, das jährlich im Juni in Genf stattfindet. Die fünfte Trio-CD „Morphée“ ist die achte CD, die unter Perrenouds Name erscheint.

Marc Perrenoud gewann 2006 den Patio-Preis und den Preis für den besten Solisten beim Berner Festival, nach dem er bereits 2003 den Montreux Jazz Chrysler Award und 2005 das Friedlwald-Stipendium in Zürich erhalten hatte. 2010 erhielt er mit seinem Trio den ZKB Jazzpreis. Sein Album Vestry Lamento wurde im Januar 2014 vom Herausgeber des Down Beat besonders empfohlen.



Dieses Album enthält kein Booklet

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