Fourplay


Biographie Fourplay

Seit mehr als zwei Jahrzehnten macht das zeitgenössische Jazz-Quartett Fourplay mit seiner besonderen Spielart von sich Reden, bei der es raffinierte Elemente von R’n’B und Pop bis hin zu Weltmusik-Klängen in einen atemberaubenden Stilmix verwandelt. Bei allem künstlerischen Anspruch haben die vier dabei stets das Kunststück vollbracht, auch kommerziell erfolgreich zu sein. Von ihrem gut Dutzend Alben, schafften es allein sechs an die Spitze der Billboard’s Contemporary-Jazz-Charts. Denn mit jeder Produktion scheint es dem Quartett mühelos zu gelingen, neue musikalische Bereiche zu betreten ohne dabei die Bodenhaftung mit dem Mainstream zu verlieren.

Das Ergebnis ist eine Weltkarriere, die natürlich nicht auf Zufall beruht. Schon als Gründungsmitglied Bob James im Jahre 1990 seinen neuen Longplayer „The Grand Piano Canyon“ einspielen wollte, war er ein überaus erfolgreicher Jazz-Keyboarder, Komponist und Arrangeur, der seit den 60er Jahren Soloalben veröffentlichte. Im Studio fand sich damals ein absolutes Star-Ensemble ein: Neben Bobs langjährigem Freund, dem Session-Drummer, Produzenten, Komponisten und Musiker Harvey Mason (u.a. Herbie Hancock, Barbra Streisand, Notorious Big) nämlich Sergio Mendes-Gitarrist Lee Ritenour und Weltklasse-Bassist Nathan East (u.a. Eric Clapton, Stevie Wonder, Herbie Hancock). Von da an war klar, dass man zusammenbleiben muss. Voilá: 1991 veröffentlichte die neue Gruppe Fourplay ihr gleichnamiges Debütalbum – R’n’B, gemixt mit Pop-lastigem Jazz, sofort vom Feinsten.

In der Originalbesetzung mit James, Ritenour, East und Mason blieb die neue Superband dann über drei weitere Alben bestehen. Darunter im Jahre 1994 „Elixir“, auf dem keine Geringeren wie Phil Collins, Patti Austin und Peabo Bryson als Gastsänger vertreten sind. Bei der Produktion zeigte sich auch, dass Festmitglied Nathan East auch über die stimmlichen Qualitäten verfügt, auf den folgenden Fourplay-Alben daher viele der Gesangparts zu übernehmen.

Ritenour, der zusammen mit Keyboarder James maßgeblich für den frühen Fourplay-Sound verantwortlich war, verließ Mitte der 90er die Band. Allerdings konnte die Lücke mit Larry Carlton absolut gleichwertig geschlossen werden – auch er ein Star-Gitarrist mit großen Verdiensten unter anderem bei Joni Mitchell, Quincy Jones oder den Crusaders. Seinen überzeugenden Einstand feierte Carlton auf dem 1998er Album „4“, das neben Eigenkompositionen aller Bandmitglieder erneut eine beeindruckende Liste an Gastsängern vorweisen konnte: Babyface, El Debarge, Kevyn Lettau und Shanice.

Nach dem Weihnachtsalbum „Snowbound“ (1999) folgte mit „Yes Please!“ dann das Album, das als stilistischer Einschnitt auf dem Weg dieser großen Band bezeichnet werden kann: Erstmals überschritten Fourplay hier die Grenzen des Contemporary Jazz und bauten Elemente von Blues, Funk und sogar keltischer Musik in ihren Sound ein. Hilarie Grey, renommierte Kritikerin der JazzTimes bezeichnete „Yes Please!“ damals als „ein Album von großer Bandbreite, das die Stärken jedes Bandmitglieds hervorhebt und dabei in unerwartete musikalische Gefilde vorstößt.“

Von nun an fanden Fourplay Geschmack am Experimentieren. Sämtliche Kompositionen ihres Albums „Heartfelt“ (2002) wurden Patchwork-artig aus zahlreichen Improvisations-Sessions zusammengefügt. Obwohl klar definierte Melodien dabei in den Hintergrund treten, zeichnet sich diese Musik durch eine überraschende Zugänglichkeit aus.

Damit war „Heartfelt“ ein echter Meilenstein, dem bereits 2004 der nächste folgte: Das relaxte und zugleich komplexe „Journey“ bereicherte die Fourplay-Philosophie mit immer vielschichtigeren Klangexperimenten und konnte neben einer fabelhaften Version von Stings „Fields of Gold“, Funk, Bossa Nova und Freejazz-Elemente integrieren.

Für das folgende Album „X“ (2006) konnten Fourplay Michael McDonald als Gastsänger gewinnen. Die Soul-Legende steuerte eine wunderbare Interpretation des Steve Winwood Klassikers „My Loves Leavin’“ bei. JazzTimes bezeichnete „X“ als ein „leicht funkiges, hervorragend eingespieltes, kompromisslos unaufdringliches Album.“

2008 unterschrieb die Gruppe beim prestigeträchtigen Heads Up International-Label, einer Abteilung der Concorde Music Group, wo sie ihr Album „Energy“ veröffentlichten. Das Werk hielt sich drei Woche am Stück an der Spitze der Billboard’s Contemporary Jazz-Charts. Erneut gelang es den vier Musikern, unzählige Stile von R’n’B und Pop über traditionelle afrikanische Musik bis zu klassischem Jazz mit nie gekannter Raffinesse zu verbinden. Neben East steuerte auch Bassist Esperanza Spalding einen Song bei.

Nach zwölf Jahren verließ Carlton im Jahre 2010 die Gruppe, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Mit Chuck Loeb ersetzte ihn ein wahrer Gitarren-Virtuose, der das Niveau von Fourplay mit seiner Kreativität und Spielfertigkeit um einen weiteren Mosaikstein bereichert – sowohl auf der Bühne als auch im Studio.

Entsprechend hoch die Erwartungen bei Chuck Loebs Debüt auf dem Album „Let’s Touch The Sky“ im Jahre 2010. Sie wurden übertroffen: Neben einen eindrucksvollen Beitrag von Anita Baker und der Zusammenarbeit mit Ruben Studdard, kann der Longplayer von Loebs Inspiration und frischen Energie deutlich profitieren. Ein echter Glückstreffer, wie auch James bestätigt: „Wir haben es immer abgelehnt, uns auf Kompromisse einzulassen. Unser Ziel ist es, Spitze zu sein. Wir wollen unsere Musik ständig weiter entwickeln und immer neue Standards setzen. Und ich glaube, unser neues Album „Let’s Touch The Sky“ spiegelt diese Ansprüche sehr gut wider. Zu verdanken haben wir das vor allem dem Teamgeist, der bei uns in der Band schon immer herrscht. Und Chuck, der für uns eine neue Inspirationsquelle ist!“

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