Album info

Album-Release:
2019

HRA-Release:
21.05.2019

Album including Album cover

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FLAC 96 $ 12.80
  • 1Gruss nach Leipzig06:22
  • 2Pe de Moca06:08
  • 3Passagem06:39
  • 4Garage Jazz Blues06:40
  • 5The Beginning06:55
  • 6Hyperhype07:34
  • 7Upwards07:59
  • 819 Uhr Erfolgsrezept04:09
  • 9Waltz for Hermeto05:14
  • 10Retrato em Branco e Preto03:18
  • Total Runtime01:00:58

Info for Passagem



Flamencojazz aus Berlin & Braziljazz aus Graz: Henning Sieverts präsentiert weltmusikalische Neuerscheinungen mit Nikos Tsiachris & „Rasgueo“ und mit Emiliano Sampaio feat. Heinrich von Kalnein.

Nach 16 Jahren Arbeit mit der JBBG – Jazz Bigband Graz geht Saxofonist / Flötist Heinrich von Kalnein neue Wege. Zusammen mit dem brasilianischen Meretrio um Gitarrist Emiliano Sampaio entwickelte er einen luftigen und zeitlosen Sound, in dem sich sich Jazz, brasilianische Melancholie, Einflüsse aus klassischer Musik und 1990er Rock zu einer einzigartigen Melange vereinigen. Dabei setzt Kalnein wieder einmal vornehmlich auf seine angestammtes Instrument Flöte, die er ausdrucksstark und profund einsetzt. Mit Passagem legt der deutsche Saxofon- und Flötenvirtuose zusammen mit den drei jungen brasilianischen Shooting Stars ein genre- und generationenübergreifendes Werk vor.

JH: Heinrich, wie kam es zur Zusammenarbeit mit Emiliano und dem Meretrio?

HvK: Vor einigen Jahren kamen Emiliano, Gustavo und Luis nach Graz, um am Jazzinstitut der hiesigen Kunstuni KUG ihre musikalischen Studien fortzusetzen. Schnell fielen mir die drei durch ihre Neugierde, Spielfreude und instrumentale Virtuosität auf. 2014 lud mich Emiliano, der zu der Zeit ja Jazzkomposition bei Ed Partyka und Michael Abene studierte, ein, um bei CD Aufnahmen seiner damals neugegründeten Mega Mereneu Project Bigband mitzuspielen. Dabei war ich zuallererst angetan von seiner musikalischen Erfahrung und Expertise. 2016 luden mich die drei dann als Gast zu Aufnahmen ihrer Trio CD „Obvió“ (Sessionworks) ein, die dann auch gleich vom amerikanischen Downbeat Magazin vier Sterne bekam. (lacht) Ich erinnere mich, daß wir danach anfingen darüber nachzudenken, ob wir nicht ein gemeinsames Projekt starten. Im Herbst 2017 begannen wir dann mit den ersten Proben.

JH: Emiliano, was hat es mit dem Namen des 2007 gegründeten Meretrio auf sich? Wer sind die anderen beiden und was zeichnet sie aus?

E.S.: Ich denke wie bei allen Gruppen, die lange zusammenarbeiten gibt es so eine Kombination von Temperamenten, die gut zusammen funktionieren. Ich war damals neunzehn und suchte in meiner Heimatstadt São Paulo (Brasilien) Leute, die mit mir im Trio spielen wollten. Der erste war Gustavo; wir spielten ein paar Mal im Duo und es war super. Mit Luis hatte ich vorher schon öfter gespielt und er kam dann dazu. Jeder nahm Stücke mit, die wir dann erarbeiteten. Und man muss sagen, wir waren sehr schlecht! (lacht) Jung, ohne Erfahrung, nirgendwo gespielt, jeder allein war schlecht und als Gruppe (war es) noch schlimmer. Wenn ich heute uns drei analysiere, dann denke ich, daß Boni immer der Mittelpunkt ist. Nicht nur weil er der Bassist ist, sondern auch von seiner ausgleichenden Persönlichkeit her. Was mir auch gefällt ist, dass er einen sehr starken Pop/Rock-Einfluss hat, was man z.B. bei seinem Stück Hyperhype hören kann. Das ist statisch, harmonisch, stark, aggressiv und sehr urban. Für mich ist es mit diesem ostinaten Bassmotiv ein typisches Bassistenstück. Aber es ist meiner Meinung nach genauso auch der Sound der Generation der 1980er Jahre.

Luis ist sehr clever und hat immer viel Input gegeben, für alle CDs. Dabei ist er überaus kritisch, während Boni und ich immer sehr schnell zufrieden sind. Luis sagt dann immer nein, das sei noch nicht gut genug. Und es ist gut, jemanden so Pessimistischen in der Band zu haben. (lacht)

JH: Heinrich, Deine Flöten sind auf Passagem außergewöhnlich präsent. Warum?

HvK: Die Flöte ist das Instrument, mit dem ich zu spielen begann und in vielen Bands, vor allem in der JBBG – Jazz Bigband Graz hatte sie solistisch keinen Platz. Bei dieser Band jedoch war mir sehr schnell klar, daß es aufgrund unserer Instrumentation hier anders gelagert ist und ich nutzte die Chance. Mit der Flöte kommt eine beinahe impressionistische Farbe hinein, was man z.B. sehr schön in Gustavo Bonis Titelstück „Passagem“ hören kann. Auch die Altflöte, die dynamisch sehr begrenzt ist, kommt toll zur Geltung, etwa in meinem „Gruß nach Leipzig“, einer musikalischen Verbeugung vor Altmeister J. S. Bach, dessen Toccata in d-moll ich in der Melodie paraphrasiere. Darüber hinaus nutze ich mit einem Harmonizer und Octaver zwei Effekte, die vor allem Hubert Laws und Jeremy Steig, zwei meiner wichtigen musikalischen Einflüsse auf der Flöte, sehr gerne verwendeten.

JH: Als einziges Cover spielt Ihr ein spätes, sehr schönes Stück von Jobim. Wie kommt’s?

E.S.: Das war eine Idee von Heinrich und ich glaube, daß wir drei nie auf die Idee gekommen wären. Es gibt eine Version mit der großartigen, leider viel zu früh verstorbenen (brasilianischen Sängerin) Elis Regina, die ich Heinrich schickte. HvK: Wir waren gerade auf Tour und hatten den Studiotermin vor uns. Als ich ihre Version hörte kamen mir fast die Tränen und ich dachte, daß wir das aufnehmen müssen – auch als Referenz und Klammer für eine Musik und Melancholie, die uns vielleicht alle vier verbindet. Die Komposition ist ungewöhnlich mit ihrer chromatischen Melodie und wir haben uns dann sehr schnell entschieden einzig dieses Thema zu interpretieren. Da gibt’s musikalisch gar nichts hinzuzufügen.

“Since they arrived in Austria I watched Emiliano and his trio and I really liked their stylistic open-mindedness as well as musical expertise. When they invited me to play on their album “Óbvio” I realized that we have certain things in common and enjoy playing together. Our quartet seemed like a logical step and I am happy that “Passagem” turned out just wonderful.” (Heinrich von Kalnein)

Heinrich von Kalnein, Tenor Saxophone, Flute, Alto Flute
Emiliano Sampaio, Guitar
Gustavo Boni, E-Bass
Luis André de Oliveira, Drums

Recorded March 11 and 12, 2018 at Bauer Studios, Ludwigsburg, Germany Engineered by Johannes Wohlleben
Mixed and mastered by Johannes Wohlleben
Produced by Heinrich von Kalnein and Emiliano Sampaio

Heinrich von Kalnein, Tenorsaxofon, Flöte, Altoflöte
Emiliano Sampaio, Gitarre
Gustavo Boni, Bass
Luis Andre, Schlagzeug



Heinrich von Kalnein
Seit über 25 Jahren gehört der in Österreich lebende deutsche Saxofonist und Flötist zu den namhaften Musikern Europas. Als Leader wie auch als Sideman ist er auf über 40 CD’s vertreten, viele davon unter eigenem Namen. ​

John Coltrane, Jan Garbarek, Sonny Rollins, Joe Henderson, Gato Barbieri, Charles Lloyd, Gene Ammons, Stan Getz, Oliver Nelson, Joe Farrell, Michael Becker, Charlie Parker, Phil Woods, Julian Cannonball Adderley, David Sanborn, David Liebman, Bill Evans, Paul McCandless aber auch Christof Lauer und Heinz Sauer waren prägende Einflüsse.

Nach Unterricht bei Johannes Seidemann, Matthias Schwarzer und Christof Lauer absolvierte er ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Studium am Grazer Jazzinstitut bei Karlheinz Miklin und Carl Drewo. Masterclass bei David Liebman sowie Workshops u.a. mit John Surman, Bob Berg und Oliver Lake.

In den späten 1980er Jahren begann er neben seiner Unterrichtstätigkeit als Hochschullehrer eine Karriere als freiberuflicher Musiker, die ihn durch ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland, Indien und Sri Lanka führte.

Zusammenarbeit u.a. mit Iain Ballamy, Django Bates, Theo Bleckmann, Carla Bley, Bob Brookmeyer, Jay Clayton, Kurt Elling, Gil Evans, Heiner Goebbels, John Hollenbeck, Jerry Granelli, Doug Hammond, John Hendricks, Marc Johnson, Sheila Jordan, Nguyên Lê, René Loussier, Charlie Mariano, Phil Minton, Bob Mintzer, Glen Moore, den New York Voices, Marc Ribot, Paquito d'Rivera, Arkady Shilkloper, Diane Schur, Dave Taylor, dem VAO und dem Vokalensemble Take 6.

Er war Kurator des renommierten Wiener Jazzclubs „Porgy&Bess“ und arbeitet seit einigen Jahren auch als Produzent und Aufnahmeleiter. Seit 2003 leitet er zusammen mit Trompeter / Vokalist Horst-Michael Schaffer die JBBG – JAZZ BIGBAND GRAZ (CD’s „A Life Affair“ 2003, „Joys & Desires“ 2006, „Electric Poetry & Lo-Fi Cookies“ 2008, „Urban Folktales“ 2012 und „True Stories“ 2016). 2008 gründete er sein Trio KAHIBA zusammen mit dem Schweizer Schlagzeuger Gregor Hilbe und Akkordeonist und Pianist Christian Bakanic (seit 2016 mit dem türkischen Pianisten Anıl Bilgen). CD Veröffentlichungen „Global Dialects“ 2009 „Orbital Spaces“ 2012, „The Sixth Sense“ 2014 und „aLive!“ 2018). Mit dem deutschen Gitarristen Axel Fischbacher gründete er 2016 das Quartett Kalnein & Fischbacher Group (CD „One Man Disco“).

Seit Mitte der 1980er Jahren beschäftigt er sich in seinen eigenen Projekten mit der improvisatorischen Verwendung von Live-Elektronik; zuerst im Trio „X-tra“ (zusammen mit Keyboarder Uli Rennert und Trompeter Lars Lindvall – u.a. LP „Electric Poems“ und CD „life traKs“), später mit dem Indojazz Fusion Projekt „Free Winds“ (CD’s „Free Winds“ und „Indian Air“) sowie aktuell mit seinem Trio KAHIBA (u.a. auch unter Verwendung einer iPhone App) und der JBBG Jazz Bigband Graz.

2012 gründete er sein eigenes Label Natango Music, unter dem er bis jetzt 7 Produktionen vorlegte.

This album contains no booklet.

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